Was ist IHHT?
Innovative Ansätze der normobaren Hypoxie mit variierenden Sauerstoffgehalten
IHHT für Patienten in Ruhe
IHHT für Sportler unter Belastung
1. Höhenmedizin
Die Höhenmedizin gehört zu den Fachgebieten Sportmedizin und Physiologie, die sich mit den Auswirkungen der Höhe auf den menschlichen Körper und der Anpassung beschäftigen. Sie untersuchen physiologische Veränderungen, die bei dortigen Aufenthalten auftreten, sowie das sportliche Training unter diesen Bedingungen.
2. Was ist IHHT?
Intermittierende hypoxisch‑hyperoxische Therapie ist eine
kontrollierte Hypoxieanwendung, bei der kurze Hypoxiephasen (FiO₂ 17–10 %) mit Reoxygenierung abwechseln.
IHHT wirkt auf zwei Ebenen gleichzeitig: auf der Ebene der Körpersysteme als reflexogene Hypoxie und auf der Ebene der Zelle als O₂-Signalhypoxie und Energie-Signalhypoxie.
Systemische Ebene: reflexogene Hypoxie
Die kontrollierte Absenkung des Sauerstoffangebots aktiviert natürliche kardiorespiratorische Reflexsysteme. Hierzu gehören u.a. der Chemorezeptorreflex, der Barorezeptorreflex sowie pulmonale Dehnungsreflexe. Die eingehenden Signale werden im Hirnstamm als zentralem sensorischen Integrationszentrum verarbeitet und führen zu Anpassungen von Atmung, Herz-Kreislauf-Regulation und vegetativem Nervensystem. Auf diese Weise trainiert IHHT die Fähigkeit des Organismus, flexibel auf Sauerstoffschwankungen zu reagieren.
Zelluläre Ebene: O₂-Signalhypoxie und Energie-Signalhypoxie
IHHT erzeugt auf zellulärer Ebene sowohl eine O₂-Signalhypoxie (HIF-/ROS-vermittelt) als auch eine Energie-Signalhypoxie (AMPK-vermittelt). AMPK reagiert nicht auf Hypoxie selbst, sondern auf die durch Hypoxie verursachte Veränderung des zellulären Energiestatus (↑ AMP/ATP-Verhältnis).
3. Monitoring - IHHT analytisch gesteuert
Klinische Sicherheit
- SpO₂‑Zielbereich: 95–75 %
- Automatischer Abbruch: < 75 %
- Individuelle Dosierung, Pausentage, Symptom‑Monitoring
- Modifikation bei Post‑COVID / ME‑CFS → niedrig dosiert, kurze Intervalle.
Die IHHT ist ein modernes und grundsätzlich sicheres Therapie- und Trainingsverfahren. Ihre fachgerechte Anwendung setzt ein tiefgehendes Verständnis der physiologischen Abläufe voraus.
Da es derzeit noch keine offiziellen Leitlinien für diese Therapie gibt, ist eine individuelle Steuerung wichtig. In unserer Praxis wird die IHHT ausschließlich
ärztlich geleitet und durch spirometrische Verfahren individualisiert.
Auf der Seite 'Diagnosen' finden Sie chronische Erkrankungen, die nach meiner Erfahrung von den Wirkungen der IHHT profitieren und symptomatisch behandelt werden können.
Weitere Informationen, insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Krankheitsverlaufs, werden in der Praxis im Rahmen der Anamnese und durch ergänzende Untersuchungen bereitgestellt.
4. IHHT im Sport
Das ergometergestützte intermittierende Hypoxie-Hyperoxie-Training vereint zwei Arten von Hypoxie: die hypoxische Hypoxie und die metabolische Hypoxie, die in der arbeitenden Muskulatur entsteht. Diese Methode kann je nach Präferenz in meiner Praxis auf verschiedenen Trainingsgeräten durchgeführt werden, wie beispielsweise auf dem Laufband, dem Fahrradergometer, dem Crosstrainer oder am Oberkörperergometer.
Die wesentlichen Anpassungen betreffen primär die arbeitende Skelettmuskulatur. Die Effekte der IHHT auf die neuro-autonome Regulation, die Kapillardynamik sowie die mitochondriale Funktion werden durch die Kombination mit Bewegung intensiviert. Während die IHHT in Ruhe besonders für ältere, weniger aktive Personen und Menschen mit chronischen Erkrankungen geeignet ist, bietet sich die Kombination aus IHHT und Ergometrie auch für junge, trainierte Individuen an.
5. Eigene Erfahrung und Praxisausstattung
Nach der Wende absolvierte ich eine sechsjährige Ausbildung in Sportmedizin bei Prof. Dr. med. habil. Hermann Buhl, einem Facharzt für Sportmedizin aus Dresden. Als Forschungsdirektor des Instituts für Körperkultur und Sport in Leipzig und leitender Arzt der hypobaren Hypoxiekammer am Sportleistungszentrum der DDR in Kienbaum galt Buhl zu dieser Zeit als internationaler Hypoxie-Experte. Ab 2001 betreuten wir Patienten und Sportler unter normobaren Bedingungen in einer Hypoxiekammer. Die komplexe Verflechtung von Sportmedizin und Hypoxie erforderte schon damals den begleitenden Einsatz der Leistungsdiagnostik zur präzisen Therapie- und Trainingsgestaltung. Dieses Prinzip wird bis heute in meiner Praxis fortgeführt.